September 2026
EN 15804 ist das zentrale Regelwerk für Umweltproduktdeklarationen (EPDs) im europäischen Bausektor – doch es bildet die Klimawirkung von Biochar‑Baustoffen derzeit falsch ab. Die Norm geht weiterhin davon aus, dass biogener Kohlenstoff am Ende des Produktlebenszyklus wieder freigesetzt wird, wie bei Holz oder anderen Biomaterialien. Für Pflanzenkohle, die dauerhaft in Beton, Mörtel oder anderen stabilen Matrizes eingebunden ist, trifft das nicht zu. Das Carbon Removal Certification Framework (CRCF) erkennt diese Speicherung bereits als permanent an, doch EN 15804 verhindert, dass Produkte mit Biochar ihre tatsächlichen negativen Emissionen ausweisen können.
Eine von Biochar Europe veröffentlichte Stellungnahme fordert deshalb eine präzise Anpassung der Norm. Damit Biochar‑Baustoffe korrekt bilanziert werden, braucht es eine vollständige Wertschöpfungsketten‑Quantifizierung, klare Verantwortlichkeiten, unabhängige Audits und öffentliche Register. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Klimavorteile glaubwürdig dokumentiert werden – und dass der Bausektor die Chance nutzen kann, mit Biochar echte CO₂‑Speicherung in Gebäuden umzusetzen.
Für die Biochar‑Community ist dies ein entscheidender Moment. Eine aktualisierte EN 15804 würde nicht nur die Marktchancen für kohlenstoffspeichernde Baustoffe verbessern, sondern auch den Weg für breitere Anerkennung von Biochar‑basierten Carbon Removals ebnen. Unternehmen und Organisationen sind eingeladen, die Initiative zu unterstützen und ihre nationalen Normungsgremien auf die notwendige Korrektur aufmerksam zu machen.
Die vollständige Stellungnahme finden Sie hier: EN 15804 must accurately credit biochar-based permanent carbon removals