September 2026
Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung untersucht, wie 103 europäische „Mission Cities“ ihre verbleibenden Restemissionen in ihren Climate Neutrality Action Plans (CNAPs) kompensieren wollen. Die Analyse zeigt eine große Spannbreite: Manche Städte setzen ausschließlich auf temporäre Maßnahmen wie klassische Offsets, während andere bereits dauerhafte Carbon‑Removal‑Strategien integrieren – darunter auch Biochar.
Die Visualisierung macht deutlich, dass die Städte sehr unterschiedliche Kombinationen aus permanenten CDR‑Methoden, temporären CDR‑Ansätzen und Carbon Credits wählen.
Besonders auffällig ist, dass dauerhafte CO₂‑Entnahmen (z. B. Biochar) bislang nur von einem Teil der Städte genutzt werden, obwohl sie für echte Netto‑Null‑Ziele entscheidend sind. Viele Städte greifen weiterhin stark auf temporäre Kompensationen zurück, die langfristig nicht ausreichen, um Restemissionen dauerhaft zu neutralisieren. Die Heatmaps im Artikel zeigen zudem, welche Strategien häufig gemeinsam auftreten und wo klare Muster oder Lücken bestehen.
Städte beginnen, dauerhafte Carbon‑Removal‑Lösungen in ihre Klimastrategien aufzunehmen – aber das Potenzial wird noch längst nicht ausgeschöpft. Biochar kann hier eine signifikante Rolle spielen, da es sowohl als städtische Bodenmaßnahme (z. B. Urban Greening, Soil Carbon Sequestration) als auch als Baustoffkomponente (Timber & Bio‑based Products) eingesetzt werden kann. Die Studie unterstreicht, wie wichtig es ist, Städte frühzeitig über skalierbare, dauerhafte CDR‑Optionen zu informieren.
Zum Artikel: Europäische Städte wollen ein Fünftel ihrer Emissionen durch CO₂-Entnahme ausgleichen, Umsetzung oft unklar