Pflanzenkohle: Zulassung für den Biobetrieb in Österreich

In einem Runderlass hat das Österreichische Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz Pflanzenkohle für den Biolandbau zugelassen. In Deutschland hingegen ist der Einsatz in der biologischen Landwirtschaft noch nicht klar geregelt.

„Eine solche Zulassung ist auch dringend für Deutschland nötig“, fordert Dr. Susanne Veser, Vorstand des Fachverbands Pflanzenkohle: „Pflanzenkohle vereint in sich so viele gute Eigenschaften und bietet ein breites Feld an Anwendungsmöglichkeiten – aber eine umfassende Zulassung ist noch nicht in Sicht.“

Ebenso wie in Österreich gilt für Deutschland die EU-Positivliste für erlaubte Düngemittel, Bodenverbesserer und Nährstoffe für die biologische Landwirtschaft. Da Pflanzenkohle noch unbekannt war, als diese Liste erstellt wurde, ist sie dort auch nicht verzeichnet.

In Österreich wurde diese Positivliste nun um eine Zulassung ergänzt, die solange gilt, bis die EU eine endgültige Entscheidung trifft. Bis dahin kann Pflanzenkohle in Österreich unter verschiedenen Bedingungen als Zusatz zu Wirtschaftsdüngern und Kompost eingesetzt werden und auch als Bodenhilfsstoff.

In Labor- und in Feldversuchen wurde wiederholt gezeigt, dass Pflanzenkohle Böden verbessern und zu höheren Erträgen führen kann, Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft verringert und Nitrat speichert. In der Tierhaltung kann Pflanzenkohle unter anderem als Futterzusatz und Einstreu eingesetzt werden. Zudem verringert ihre Anwendung in der Landwirtschaft den Einsatz chemischer Dünger und Pestizide.

Bei der Herstellung von Pflanzenkohle wird Biomasse wie unbehandelte Holzabfälle, Hecken-, Baum- oder Grasschnitt unter hohen Temperaturen und unter Sauerstoffabschluss karbonisiert. Der in der pflanzlichen Biomasse enthaltene Kohlenstoff wird bei der Pyrolyse langfristig in der Pflanzenkohle gebunden und dem CO2-Kreislauf entzogen – hierin liegt für den Klimaschutz ein großes Potenzial.

Weitere Informationen:
https://fachverbandpflanzenkohle.org
Fotomaterial vorhanden. Anfragen bitte an Dr. Susanne Veser.
Pressekontakt: Dr. Susanne Veser: Tel.: 07152 900999-6, E-Mail: Vorstand1@fvpk.de

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